Das General Agreement on Trade in Services (GATS) wurde 1994 gemeinsam mit dem Agreement on Trade Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS), das den Handel mit geistigem Eigentum regelt, als Ergebnis der "Uruguay-Runde" des General Agreement on Tarifs and Trade (GATT) eingerichtet und später der neugegründeten World Trade Organisation (WTO) zur Verwaltung übergeben. Weiterverhandlungen wurden im Februar 2000 mit dem Ziel der "Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen" aufgenommen. Derzeit befindet sich das GATS in der so genannten "Marktzugangsphase": Bis Juni 2002 sollten die Vertragsstaaten ihre Nachfrage nach Liberalisierungen in anderen Ländern unterbreiten. Im März 2003 sollen diesen dann Angebote von eigenen Liberalisierungsmaßnahmen folgen. Derzeit sind an den GATS-Verhandlungen über 130 Staaten beteiligt.
Die Durchsetzung des GATS wird es der WTO erlauben, den staatlichen Handlungsspielraum bezüglich öffentlicher Dienstleistungen durch eine ganze Reihe von Regelungen einzuschränken. Unter anderem betreibt GATS den Abbau von staatlichen Barrieren für die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen. Jeder Dienst, der gegenwärtig von Staaten im Namen des öffentlichen Interesses auf einer gemeinnützigen oder subventionierten Basis (und damit "wettbewerbsverzerrend" bzw. "handelshemmend") zur Verfügung gestellt wird, soll privaten Unternehmen zugänglich gemacht und unter Profitgesichtspunkten betrieben werden. Regierungen würden gezwungen werden nachzuweisen, dass ihre nationalen Regulierungen, Standards und Gesetze (Ladenöffnungszeiten, Bauvorschriften, Sicherheits- und Umweltstandards etc.) "notwendig" sind, um von der WTO sanktionierte Ziele zu erreichen, und dass "weniger handelsrestriktive" Alternativen nicht zur Verfügung stehen.
mehr Informationen: GATS-Watch (englisch)