In den letzten Jahren hat sich bei der Finanzierung von Investitionsvorhaben der Schwerpunkt deutlich von staatlicher "Entwicklungshilfe" zu privater Finanzierung verschoben. Private Finanzierungsquellen übersteigen staatliche mittlerweile um das sechs- bis achtfache. Eine Beteiligung der Privatwirtschaft soll den Staat von Investitions- und Betriebskosten entlasten sowie erhöhten Technologietransfer, Effizienzsteigerung und eine bessere Kundenorientierung gewährleisten.
Das Spektrum der möglichen Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Unternehmen ist breit: Es erstreckt sich von der Vergabe begrenzter Service- oder Management-Verträge an private Subunternehmen bis hin zur Vergabe langfristiger Konzessionsrechte. Während im ersten Fall die Verantwortung für Investitionen und den Ausbau der Infrastruktur beim Staat verbleibt, wird in Letzterem auch dies in private Hand gelegt. Beim Modell des Build-Operate-Transfer (BOT) baut ein privates Unternehmen eine Infrastruktureinrichtung, erwirtschaftet durch Benutzungsgebühren die Investitionssumme und den kalkulierten Gewinn und überschreibt danach die Einrichtung an den Staat.
Die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vertritt Private Public Partnership wo immer möglich mit Nachdruck. Dabei ist ihr ein besonderes Anliegen, "dass vor allem ärmere Bevölkerungskreise von PPP-Lösungen profitieren" (1) .
(1) Kreditanstalt für Wiederaufbau: Privatwirtschaftsförderung und Private Public Partnership, Frankfurt Okt. 2001